Regelschule Wormstedt

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Amok

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Theater im Klassenzimmer

Amokläufe von Jugendlichen an Schulen mit vielen Toten schockieren die Öffentlichkeit immer wieder. Am 5. Oktober gastierte das Theater Gera/Altenburg mit dem Stück „Amok – I don´t like Mondays“ an unserer Schule.

In einer Montage von Texten aus Interviews, Romanen, Dramen, sowie eigenen Ergänzungen, konzipiert für eine Schulstunde und das Klassenzimmer, wird mit dieser Inszenierung zum ersten Mal der Versuch unternommen, auf der Bühne das Psychogramm eines Amoktäters zu zeigen und dabei mögliche Ursachen und Motive der Tat deutlich zu machen.

Zuschauer waren die Klassen 8, 9 und 10 sowie einige Lehrer, gespielt wurde im Theaterraum. Die Hauptfigur, der 18-jährige Schüler, wird dargestellt von Jochen Paletschek
.

Die Aufführung beginnt, indem er die Tür von innen abschließt, sich mitten unter die Schüler setzt und sie anspricht. Die Schüler sind irritiert, einige lachen und erwidern etwas. Doch schnell wird klar, dass da einer ist, der herausfällt, der nicht dazu gehört. Er dringt ein und stellt sich vor: er sei „der Neue“. Erst scheint es, ist alles nur Spiel, doch die Lacher verstummen schnell und Betroffenheit macht sich breit, als er sie seine Macht spüren lassen und sie zwingen will, an seiner Wut, seiner Angst, seiner Verzweiflung und seinem Hass teilzuhaben.

Mit nur wenigen Requisiten, aber mit vollem Einsatz des Körpers und der Stimme lässt Paletschek die Zuschauer in verschiedenen Situationen die Vereinsamung, die Versagensängste und den Realitätsverlust des Täters miterleben, der zugleich auch Opfer ist.

Das Stück sucht nach Antworten auf die Frage, warum junge Menschen die Kontrolle verlieren und Verzweiflung und Hass sich in blindwütiger Gewalt Bahn bricht. Es will seine Zuschauer, Schüler wie Lehrer gleichermaßen, sensibilisieren und auffordern, im Alltag genauer hinzuschauen und zuzuhören.

Nachdenklich und betroffen blieben die Schüler am Ende der Aufführung auf ihren Plätzen sitzen. Es dauerte eine Weile, bis sie applaudierten. Nach einer kurzen Pause nutzten sie die Gelegenheit, mit dem Schauspieler und der Theaterpädagogin über das Stück und dessen Problematik ins Gespräch zu kommen.

Hier einige Meinungen von Schülern aus dem Fach Darstellen und Gestalten am Tag danach:

Louis Barthel, Kl.9:
„ Ich fand die schauspielerische Leistung beeindruckend. Mir hat sie sehr gut gefallen, weil er mit dem ganzen Körper verdeutlicht hat, was und wen er gerade spielt:“

Benjamin Grabs, Kl.9:
„Mir ist die Szene im Gedächtnis geblieben, in der der Schauspieler einen im Computerspiel geplanten Amoklauf demonstrierte. Daraus kann man schlussfolgern, dass sogenannte Ego-Shooter-Games die Wahrnehmung von virtueller und realer Welt stark einschränken können.“

Max Rochlitz, Kl.9: „Ich war beeindruckt, weil alles so realistisch dargestellt war, zum Beispiel, dass nicht nur ein Faktor für den Amoklauf verantwortlich ist, sondern mehrere.“

Lars Bergner, Kl.9:
„Das Stück hat mich zum Nachdenken gebracht….Ich kann mir nicht vorstellen, wie krank diese Menschen sein müssen.“

Tom Jennicke, Kl.9: „Ich fand, dass der Schauspieler diese Rolle perfekt gespielt hat. Am meisten hat mir gefallen, dass er kaum Requisiten benutzt hat…Das Stück hat bei mir Nachdenklichkeit hinterlassen.“

Beatrice Meißner, Kl.10:
„ Ich fand, der Schauspieler konnte sich gut in die verschiedenen Rollen versetzen und diese auch überzeugend spielen.“

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